Verbrauchsdaten für Heizung und Wasser eingeben
So erfasst du Zählerstände und Jahresverbräuche für Heizung, Warm- und Kaltwasser – und verstehst, was 50/50 und 70/30 bei der Heizkostenverteilung bedeuten.
Für eine korrekte Heiz- und Warmwasserabrechnung brauchst du die Verbrauchswerte deiner Einheiten. In deinem Konto pflegst du diese unter Verbrauchsdaten – pro Objekt, Jahr und Kategorie. Wichtig: Verbrauchsdaten werden immer einem Objekt zugeordnet. Lege dein Gebäude also zuerst unter Objekte an, falls noch nicht geschehen.
Verbrauchswerte erfassen
Klicke unter Verbrauchsdaten auf + Manuell hinzufügen und fülle den Eintrag aus:
- Objekt wählen (bei nur einem Objekt schon vorausgewählt).
- Kategorie: Heizung, Warmwasser, Kaltwasser, Strom, Müll oder Sonstiges.
- Brennstoff (nur bei Heizung): z. B. Erdgas, Heizöl, Fernwärme, Pellets oder Flüssiggas.
- Jahr und optional einen Monat, falls du monatsweise erfasst.
Bei der Ablese-Art hast du zwei Möglichkeiten:
- Jahresverbrauch: Du trägst den fertigen Verbrauchswert direkt ein, z. B. den Jahreswert vom Messdienstleister.
- Zählerstand (Differenz): Du gibst Start-Stand und End-Stand ein – das System rechnet die Differenz als Verbrauch automatisch aus und zeigt sie dir sofort an.
Die Einheit passt sich an die Kategorie an: Heizung in kWh, Liter, kg oder m³, Warm- und Kaltwasser in m³, Strom in kWh. Optional kannst du noch Kosten in Euro, ein Ablesedatum, die Zählernummer und Notizen hinterlegen. Mit Speichern landet der Eintrag in der Liste, wo du ihn jederzeit bearbeiten oder löschen kannst.
Hast du Abrechnungen von einem Messdienst, kannst du dir die Tipperei sparen: Über CSV-Import liest du viele Werte auf einmal ein. Unterstützt werden die Formate Standard, Ista, Techem und Brunata.
50/50 oder 70/30 – die Heizkostenverteilung
Bei zentraler Heizung und Warmwasserbereitung dürfen Heizkosten nicht komplett nach Wohnfläche umgelegt werden. Die Heizkostenverordnung (§ 7 HeizkostenV) schreibt eine Aufteilung in zwei Töpfe vor:
- Grundkosten (verteilt z. B. nach Wohnfläche): zwischen 30 % und 50 %.
- Verbrauchskosten (nach den erfassten Verbrauchswerten): zwischen 50 % und 70 %.
Daraus ergeben sich die gängigen Schlüssel 50/50 und 70/30 (70 % Verbrauch, 30 % Grundkosten). Genau hier sind die Verbrauchsdaten entscheidend: Sie bestimmen, wie der verbrauchsabhängige Anteil auf deine Mieter verteilt wird. Welche Aufteilung in deinem Gebäude sinnvoll und zulässig ist, erklärt unser Ratgeber 50/50 oder 70/30 ausführlich. Den passenden Verteilerschlüssel stellst du anschließend in deinem Rechner ein.
Tipp: erst prüfen, dann abrechnen
Ein falscher Verteilerschlüssel ist einer der häufigsten Angriffspunkte bei einer Heizkostenabrechnung. Wenn du eine fertige Abrechnung noch einmal gegenchecken möchtest, kannst du sie als PDF oder Bild in unseren KI-Check hochladen: Er analysiert das Dokument unter anderem auf Verteilerschlüssel, umlagefähige Posten und die Heizkostenverteilung (der ausführliche Bericht ist kostenpflichtig, ab 9,90 €). Wie der Schritt von den Verbrauchsdaten zur fertigen Abrechnung läuft, zeigt dir Erste Nebenkostenabrechnung erstellen. Hinweis: Dies ist eine sachliche Erläuterung und keine individuelle Rechtsberatung – bei Zweifeln hilft ein Mieter- oder Vermieterverband.
War dieser Artikel hilfreich?
Verwandte Artikel
Deine erste Nebenkostenabrechnung erstellen
In wenigen Schritten von der ersten Anmeldung zur fertigen PDF-Abrechnung: Objekt anlegen, Mieter erfassen, Kosten verteilen und das BetrKV-konforme PDF erzeugen.
Konzept / HintergrundUmlageschlüssel wählen: Wohnfläche, Personen, Verbrauch oder Einheiten
Der Umlageschlüssel bestimmt, wie du jede Kostenart auf deine Mieter verteilst. Hier erfährst du, wann Wohnfläche, Personenanzahl, Verbrauch oder Wohneinheiten passt – und was bei Heizung und Warmwasser Pflicht ist.
AnleitungKostenarten erfassen: Betriebskosten richtig eintragen
So trägst du im Rechner alle Betriebskostenarten mit Jahresbetrag und Abrechnungszeitraum ein – und erkennst sofort, welche Position umlagefähig ist.
AnleitungObjekt anlegen: Immobilie mit Adresse und Einheiten erfassen
So legst du im Vermieter-Konto ein Mietobjekt mit Adresse, Gesamtfläche und Einheiten an. Das Objekt ist die Grundlage für jeden Mieter und jede Nebenkostenabrechnung.
Frage nicht beantwortet?
Lena, unsere Nebenkosten-Expertin, hilft dir direkt weiter.
Hinweis: Dieser Hilfe-Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Angaben ohne Gewähr — im Zweifel die einschlägigen gesetzlichen Regelungen (z. B. BetrKV, HeizKV, BGB) prüfen.