Wie hoch sind Heizkosten in Frankfurt am Main?
Die Heizkosten in Frankfurt am Main liegen je nach Energieträger deutlich auseinander. Aktuelle Daten für Mehrfamilienhäuser zeigen folgende monatliche Kosten pro Quadratmeter:
- Holzpellets: 0,63 €/m²
- Wärmepumpe: 0,81 €/m²
- Erdgas: 1,23 €/m²
- Heizöl: 1,23 €/m²
- Fernwärme: 1,46 €/m²
Der durchschnittliche Mix aller Heizungsarten liegt bei 1,32 €/m² monatlich. Bei einer 70-m²-Wohnung entspricht das jährlichen Heizkosten von rund 1.100 Euro. In Frankfurt ist Mainova Fernwärme der größte Anbieter für Fernwärme.
Die Gesamtnebenkosten in Frankfurt betragen laut Mietspiegel durchschnittlich 3,06 €/m². Heizkosten machen damit den größten Einzelposten innerhalb der Betriebskosten aus.
Wie werden Heizkosten berechnet?
Heizkosten gehören laut Betriebskostenverordnung (§2 Nr. 4a-c) zu den umlagefähigen Nebenkosten. Die Abrechnung erfolgt nach der Heizkostenverordnung verbrauchsabhängig:
- Mindestens 50% nach tatsächlichem Verbrauch
- Maximal 70% nach Verbrauch
- Der Rest nach Wohnfläche oder Heizkörperanzahl
Vermieter müssen Heizkostenverteiler oder Zähler installieren, um den individuellen Verbrauch zu erfassen. Die Abrechnung muss innerhalb von zwölf Monaten nach Ende des Abrechnungszeitraums erfolgen.
Zu den umlagefähigen Heizkosten zählen: Brennstoffkosten, Betriebsstrom, Wartung, Messdienstkosten, Schornsteinfeger und Verwaltungskosten. Reparaturen und Anschaffungskosten dürfen nicht umgelegt werden.
Was bedeutet das für Mieter und Vermieter?
Für Mieter:
Prüfen Sie die Heizkostenabrechnung genau. Liegt Ihr Verbrauch deutlich über dem Durchschnitt, können Heizverhalten oder bauliche Mängel die Ursache sein. Ein Vergleich mit den oben genannten Durchschnittswerten zeigt schnell, ob Ihre Kosten im Rahmen liegen.
Bei verbrauchsunabhängiger Abrechnung oder fehlenden Zählern können Sie Kürzungsrechte geltend machen. Die Heizkostenverordnung schreibt die verbrauchsabhängige Abrechnung verbindlich vor.
Für Vermieter:
Die Einhaltung der Abrechnungsfristen ist zwingend. Verspätete Abrechnungen können zu Nachforderungsverlusten führen. Dokumentieren Sie alle Wartungsarbeiten und Ableseprotokolle sorgfältig.
Bei Heizungssanierungen können Modernisierungsumlagen auf die Miete angerechnet werden – die laufenden Heizkosten selbst sinken dadurch oft erheblich.
Vergleich in Hessen
Die Heizkosten variieren innerhalb Hessens je nach Kommune, lokaler Versorgungsstruktur und Gebäudebestand. Städte mit ausgebauten Fernwärmenetzen weisen oft andere Kostenstrukturen auf als ländliche Regionen mit überwiegend Öl- oder Gasheizungen.
Frankfurt liegt mit seinen Durchschnittswerten im mittleren bis oberen Bereich hessischer Städte. Die Unterschiede zwischen den Energieträgern bleiben landesweit ähnlich: Holzpellets und Wärmepumpen sind tendenziell günstiger, Fernwärme liegt im oberen Segment.
Häufige Fragen zu Heizkosten in Frankfurt am Main
Welche Heizung ist in Frankfurt am günstigsten?
Holzpellets (0,63 €/m²) und Wärmepumpen (0,81 €/m²) verursachen die niedrigsten monatlichen Kosten. Fernwärme ist mit 1,46 €/m² der teuerste Energieträger.
Kann der Vermieter die Heizkosten frei umlegen?
Nein. Die Heizkostenverordnung schreibt vor, dass mindestens 50% nach Verbrauch abgerechnet werden müssen. Nur die verbleibenden Anteile dürfen nach Fläche umgelegt werden.
Wie erkenne ich zu hohe Heizkosten?
Vergleichen Sie Ihre Abrechnung mit dem Durchschnitt von 1,32 €/m² monatlich. Weichen Ihre Kosten um mehr als 20% nach oben ab, sollten Sie die Ursachen prüfen lassen.
---
Quellen: Statistisches Bundesamt (Destatis), Deutscher Mieterbund (DMB), co2online Heizspiegel 2024.