Gradtagszahlen
Rechnerische Verteilung der Heizkosten auf einzelne Monate, etwa für die Grundkosten beim Mieterwechsel.
Gradtagszahlen (GTZ) geben den witterungsbedingten Heizenergiebedarf pro Monat als Promilleanteil am Jahresverbrauch an. Sie dienen zur rechnerischen Aufteilung der Heizkosten auf Zeitabschnitte.
Übliche monatliche Anteile
In der Abrechnungspraxis wird häufig diese Tabelle verwendet (Summe 1.000 ‰):
- Januar: 170 ‰ | Februar: 150 ‰ | März: 130 ‰
- April: 80 ‰ | Mai: 40 ‰ | Juni bis August: zusammen 40 ‰ (je rund 13,3 ‰)
- September: 30 ‰ | Oktober: 80 ‰ | November: 120 ‰ | Dezember: 160 ‰
Die Werte sind ein Durchschnitt; Abrechnungsfirmen können mit leicht abweichenden Tabellen arbeiten.
Anwendung
- Beim Mieterwechsel: Aufteilung der Grundkosten der Heizung nach Gradtagszahlen oder zeitanteilig (§ 9b Abs. 2 HeizkostenV)
- Ist eine Zwischenablesung technisch nicht möglich, Aufteilung der gesamten Heizkosten nach diesem Maßstab (§ 9b Abs. 3 HeizkostenV)
- Witterungsbereinigung von Verbrauchswerten
Gradtagszahlen sind eine anerkannte Schätzmethode, ersetzen aber nicht die vorgeschriebene Zwischenablesung.
Weiterführende Inhalte zu „Gradtagszahlen"
Passende Ratgeber und Rechner, um Gradtagszahlen direkt anzuwenden.
Passende Rechner & Tools
Verwandte Begriffe
Zwischenablesung
Außerplanmäßige Ablesung der Verbrauchszähler bei Mieterwechsel während des Abrechnungszeitraums.
Nutzerwechselgebühr
Kosten für die Zwischenablesung und Neueinstellung der Verbrauchserfassungsgeräte bei Mieterwechsel.
Heizkosten
Kosten für die zentrale Beheizung des Gebäudes, die nach Heizkostenverordnung verbrauchsabhängig abzurechnen sind.
Heizkostenverordnung (HeizkostenV)
Verordnung, die die verbrauchsabhängige Abrechnung von Heiz- und Warmwasserkosten vorschreibt.