Witterungskorrektur
Rechnerische Anpassung des Heizenergieverbrauchs an ein Durchschnittsjahr zur Vergleichbarkeit verschiedener Abrechnungsperioden.
Die Witterungskorrektur (auch: Klimabereinigung) ist ein Verfahren zur rechnerischen Anpassung des tatsächlichen Heizenergieverbrauchs an durchschnittliche klimatische Bedingungen. Sie ermöglicht den Vergleich von Verbrauchswerten aus unterschiedlichen Abrechnungszeiträumen, indem witterungsbedingte Schwankungen herausgerechnet werden.
Die Korrektur basiert auf Gradtagszahlen, die das Verhältnis zwischen tatsächlicher Witterung und langjährigem Mittel ausdrücken. Ein milder Winter führt zu niedrigeren, ein kalter Winter zu höheren Gradtagszahlen. Der bereinigte Verbrauch ergibt sich aus: Tatsächlicher Verbrauch × (langjährige Gradtagszahl ÷ aktuelle Gradtagszahl).
Die Witterungskorrektur ist bei der Verbrauchsabrechnung nach Heizkostenverordnung nicht vorgeschrieben und wird für die Abrechnung selbst nicht verwendet. Sie dient jedoch zur Plausibilitätsprüfung und beim Vergleich mit dem Heizspiegel. Beim Energieausweis wird eine Witterungsbereinigung standardmäßig vorgenommen. Auch für das Wirtschaftlichkeitsgebot kann die Korrektur relevant sein.
Verwandte Begriffe
Gradtagszahlen
Rechnerische Verteilung der Heizkosten auf einzelne Monate — Alternative zur Zwischenablesung.
Heizspiegel
Jährliche Vergleichswerte für Heizkosten und Energieverbrauch — hilft bei der Einschätzung der eigenen Heizkosten.
Verbrauchsabrechnung
Abrechnung von Betriebskosten nach dem tatsächlichen Verbrauch des einzelnen Mieters.
Energieausweis
Dokument, das die Energieeffizienz eines Gebäudes bewertet — Pflicht bei Vermietung und Verkauf.
Wirtschaftlichkeitsgebot
Der Vermieter ist verpflichtet, bei Betriebskosten wirtschaftlich zu handeln und unnötige Kosten zu vermeiden.