Muellgebuehren in der Nebenkostenabrechnung: Rechte und Pflichten
Die Muellabfuhr gehoert zu den klassischen Betriebskosten und taucht in nahezu jeder Nebenkostenabrechnung auf. Doch bei der Verteilung der Muellgebuehren auf die Mieter gibt es haeufig Streit — ueber den Verteilerschluessel, die Tonnengroesse oder gewerbliche Nutzung. Dieser Ratgeber klaert die wichtigsten Fragen.
Rechtsgrundlage: § 2 Nr. 8 BetrKV
Die Kosten der Muellbeseitigung sind nach der Betriebskostenverordnung ausdruecklich als umlagefaehige Betriebskosten aufgefuehrt. Dazu gehoeren:
- Gebuehren fuer die Muellabfuhr (Restmuell, Biomuell, Papier, Gelbe Tonne)
- Kosten fuer Muelltonnen und deren Bereitstellung
- Gebuehren fuer die Sperrmuellabfuhr, wenn sie regelmaessig und fuer alle Mieter anfaellt
- Kosten fuer Muellschlucker und deren Reinigung (bei aelteren Gebaeuden)
Wie werden Muellgebuehren verteilt?
Die Verteilung der Muellkosten auf die einzelnen Mieter richtet sich nach dem im Mietvertrag vereinbarten Verteilerschluessel. Gaengige Methoden:
Nach Wohnflaeche
Der haeufigste Schluessel: Jeder Mieter zahlt proportional zu seiner Wohnflaeche. Dieser Schluessel ist einfach, beruecksichtigt aber nicht die tatsaechliche Muellmenge.
Nach Personenzahl
Bei der Verteilung nach Personenzahl zahlen Wohnungen mit mehr Bewohnern einen hoeheren Anteil. Dieser Schluessel bildet den tatsaechlichen Verbrauch besser ab, da mehr Personen in der Regel mehr Muell produzieren.
Nach Wohneinheiten
Jede Wohnung traegt den gleichen Anteil. Einfach, aber bei sehr unterschiedlichen Wohnungsgroessen weniger gerecht.
Haeufige Probleme bei Muellgebuehren
Gewerbliche Nutzung im Haus
Befinden sich im Gebaeude Gewerbeeinheiten (Restaurants, Bueros, Laeden), die ueberproportional viel Muell verursachen, muss der Vermieter deren Anteil vorweg abziehen. Es ist unzulaessig, den gewerblichen Muell gleichmaessig auf alle Mieter umzulegen. Pruefen Sie, ob in Ihrer Abrechnung ein gewerblicher Vorabzug vorgenommen wurde.
Falsche Tonnengroesse
Manchmal bestellt der Vermieter uebergrosse Muelltonnen, die nicht dem tatsaechlichen Bedarf entsprechen. Die Kosten fuer ueberdimensionierte Tonnen muessen Mieter grundsaetzlich mittragen — allerdings nur im Rahmen des Wirtschaftlichkeitsgebots (§ 556 Abs. 3 BGB). Sind die Tonnen offensichtlich zu gross, koennen Sie den Vermieter auffordern, die Groesse anzupassen.
Getrennte Muellentsorgung
Kosten fuer die Muelltrennung (separate Tonnen fuer Papier, Bio, Restmuell) sind umlagefaehig. Die Gelbe Tonne ist in der Regel kostenfrei und darf daher nicht in der Abrechnung erscheinen. Taucht sie trotzdem auf, ist das ein Fehler.
Leerstand
Stehen Wohnungen im Haus leer, muss der Vermieter deren Muellkostenanteil selbst tragen. Die Kosten fuer den Leerstand duerfen nicht auf die uebrigen Mieter umgelegt werden.
Muellgebuehren im Nebenkostenspiegel
Laut Nebenkostenspiegel liegen die durchschnittlichen Muellgebuehren bei etwa 0,17 EUR pro Quadratmeter und Monat. Liegt Ihre Abrechnung deutlich darueber, lohnt sich ein genauerer Blick. Nutzen Sie unseren Nebenkostenrechner, um die einzelnen Positionen zu vergleichen.
Was tun bei Problemen?
Wenn Sie in Ihrer Abrechnung Unregelmässigkeiten bei den Muellgebuehren feststellen, sollten Sie:
- Den Verteilerschluessel mit dem Mietvertrag vergleichen
- Belegeinsicht beim Vermieter anfordern
- Den Abzug fuer gewerbliche Nutzung und Leerstand pruefen
- Bei Fehlern innerhalb der Frist Widerspruch einlegen
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