Gaskosten berechnen: von kWh zum Monatsbetrag
Gaskosten berechnest du mit einer einfachen Formel: Verbrauch in kWh × Arbeitspreis + Grundpreis = Jahreskosten. Teilst du das Ergebnis durch 12, hast du den Monatsbetrag. Bei 15.000 kWh im Jahr, 11 Cent Arbeitspreis und 150 Euro Grundpreis sind das 1.800 Euro im Jahr oder 150 Euro im Monat. Welche Preise für dich gelten, steht in deinem Gasvertrag oder auf der letzten Jahresrechnung. Unten findest du eine Tabelle für 10.000 bis 30.000 kWh, die Umrechnung von Kubikmetern in kWh und den Anteil des CO2-Preises.
Die Formel für deine Gaskosten
- Arbeitspreis: der Preis je Kilowattstunde (kWh), meist in Cent angegeben. Er macht den größten Teil der Kosten aus.
- Grundpreis: ein fester Betrag pro Jahr oder Monat, der unabhängig vom Verbrauch anfällt.
- Verbrauch: die Kilowattstunden laut Abrechnung. Der Gaszähler misst Kubikmeter, der Versorger rechnet sie in kWh um (siehe unten).
Jahreskosten = kWh × Arbeitspreis in Euro + Grundpreis
Monatsbetrag = Jahreskosten ÷ 12
Achte darauf, ob deine Preise brutto (mit 19 Prozent Umsatzsteuer) oder netto angegeben sind. Für Privatkunden werden in der Regel Bruttopreise genannt.
Tabelle: Was kosten 10.000 bis 30.000 kWh Gas?
Rechenannahme für die Tabelle: Arbeitspreis 11 Cent je kWh brutto, Grundpreis 150 Euro im Jahr brutto. Das sind Beispielwerte, keine Marktpreise. Setzt du deinen eigenen Arbeitspreis ein, ändert sich das Ergebnis um 100 Euro im Jahr je 10.000 kWh und je Cent.
| Jahresverbrauch | Arbeitspreis × kWh | Jahreskosten mit Grundpreis | pro Monat | davon CO2-Preis (Annahme 1,1 Cent/kWh netto) |
|---|---|---|---|---|
| 10.000 kWh | 1.100,00 € | 1.250,00 € | 104,17 € | 110,00 € |
| 15.000 kWh | 1.650,00 € | 1.800,00 € | 150,00 € | 165,00 € |
| 20.000 kWh | 2.200,00 € | 2.350,00 € | 195,83 € | 220,00 € |
| 25.000 kWh | 2.750,00 € | 2.900,00 € | 241,67 € | 275,00 € |
| 30.000 kWh | 3.300,00 € | 3.450,00 € | 287,50 € | 330,00 € |
Beispiel für 15.000 kWh: 15.000 × 0,11 € = 1.650 €, plus 150 € Grundpreis = 1.800 € im Jahr, geteilt durch 12 = 150 € im Monat. Bei 13 Cent Arbeitspreis wären es 15.000 × 0,13 € + 150 € = 2.100 € im Jahr oder 175 € im Monat.
Gaskosten pro Monat richtig einschätzen
Der Monatsbetrag aus der Formel ist ein Jahresdurchschnitt. Tatsächlich verbrauchst du im Winter ein Vielfaches des Sommerverbrauchs, weil vor allem geheizt wird. Deshalb verlangen Versorger gleich hohe monatliche Abschläge, die am Jahresende mit dem tatsächlichen Verbrauch verrechnet werden. Wenn du deinen Abschlag prüfen willst, rechne mit dem Jahresverbrauch der letzten Rechnung und dem aktuellen Preis und teile durch 12.
Kubikmeter in kWh umrechnen
Der Gaszähler zählt Kubikmeter (m³). Abgerechnet wird aber in kWh. Die Umrechnung lautet:
kWh = m³ × Zustandszahl × Brennwert
- Brennwert: der Energiegehalt des Gases in kWh je m³. Er schwankt je nach Gasqualität, typisch sind etwa 10 bis 12 kWh je m³.
- Zustandszahl: berücksichtigt Druck und Temperatur des Gases am Zähler, meist knapp unter 1.
Beispiel: 1.100 m³ × 0,9550 × 11,2 kWh/m³ = 11.765,6 kWh. Beide Werte stehen auf deiner Gasrechnung. Die Umrechnung übernimmt auch der Gas-Rechner für m³ in kWh.
Wie viel CO2-Preis steckt in den Gaskosten?
Auf Erdgas fällt seit 2021 ein nationaler CO2-Preis nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz an. 2025 lag er bei 55 Euro je Tonne. Für 2026 werden die Zertifikate in einem Preiskorridor von 55 bis 65 Euro je Tonne versteigert (§ 10 Abs. 2 BEHG). Erdgas verursacht rund 0,2 kg CO2 je kWh. Daraus ergeben sich grob 1,0 bis 1,3 Cent je kWh vor Umsatzsteuer. Der genaue Betrag steht auf deiner Rechnung, denn Versorger müssen Emissionen und CO2-Preisbestandteil ausweisen (§ 3 CO2KostAufG). Mit dem CO2-Rechner kannst du ausrechnen, wie diese Kosten zwischen Mieter und Vermieter aufgeteilt werden.
Etagenheizung oder Zentralheizung: wer zahlt an wen?
Gasetagenheizung mit eigenem Vertrag
Hast du eine Gastherme in der Wohnung und einen eigenen Vertrag mit dem Versorger, zahlst du Abschläge direkt an ihn. Du kannst den Tarif oder Anbieter wechseln, wenn dein Vertrag das zulässt. Den Vermieteranteil an den CO2-Kosten bekommst du auf Antrag erstattet: Du ermittelst den CO2-Ausstoß deiner Wohnung je m² und machst den Anteil innerhalb von zwölf Monaten nach der Rechnung des Versorgers in Textform beim Vermieter geltend (§ 5 Abs. 3, § 6 Abs. 2 CO2KostAufG). Die Wartung der Therme kann über die Nebenkosten auf dich umgelegt werden (§ 2 Nr. 4 Buchstabe d BetrKV).
Zentralheizung im Mehrfamilienhaus
Hier schließt der Vermieter den Gasvertrag. Du kannst den Anbieter nicht wechseln. Die Gaskosten erscheinen in deiner Heizkostenabrechnung, zusammen mit Betriebsstrom, Wartung und Messdienst. Verteilt wird nach der Heizkostenverordnung: 50 bis 70 Prozent nach deinem erfassten Verbrauch, der Rest nach Wohnfläche. Den Vermieteranteil an den CO2-Kosten muss der Vermieter vorher abziehen. Wie du deinen Anteil nachrechnest, zeigt der Ratgeber Heizkosten berechnen, und mit dem Heizkostenrechner verteilst du die Gesamtkosten auf die Wohnungen.
Ausblick: was sich für neue Gasheizungen ändert
Gasheizungen bleiben erlaubt. Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), verkündet am 28.07.2026, kommen aber neue Kostenregeln für Mietwohnungen: Wird eine Gas- oder Ölheizung nach § 43 GModG neu eingebaut, tragen Vermieter und Mieter ab 2028 die CO2-Kosten jeweils zur Hälfte, bei Gas zusätzlich die Netzentgelte. Ab 2029 werden auch die Kosten der vorgeschriebenen Bio-Anteile im Brennstoff hälftig geteilt, begrenzt auf einen Anteil von höchstens 30 Prozent des Brennstoffs (§ 5a CO2KostAufG). Für bestehende Heizungen bleibt es beim Stufenmodell.
Gaskosten senken: was du selbst beeinflussen kannst
- Raumtemperatur: Jedes Grad weniger spart Heizenergie. Eine grobe Faustregel sind etwa 6 Prozent je Grad.
- Stoßlüften statt Kippfenster: wenige Minuten bei weit geöffnetem Fenster, Thermostat dabei herunterdrehen.
- Heizkörper frei lassen: Möbel und Vorhänge vor dem Heizkörper behindern die Wärmeabgabe.
- Warmwasser sparen: Wird das Warmwasser mit Gas erzeugt, senken kürzeres Duschen und ein Sparduschkopf auch die Gaskosten.
- Tarif prüfen: Nur mit eigenem Gasvertrag, also bei Etagenheizung, kannst du den Anbieter wechseln.
- Heizspiegel nutzen: Ob dein Verbrauch hoch ist, kannst du mit dem Heizspiegel einordnen.
Häufige Fragen
Was kosten 15.000 kWh Gas im Jahr?
Das hängt von deinem Tarif ab. Bei 11 Cent je kWh und 150 Euro Grundpreis sind es 1.800 Euro im Jahr, also 150 Euro im Monat. Pro Cent Arbeitspreis mehr oder weniger ändern sich die Kosten um 150 Euro im Jahr.
Wie berechne ich meine Gaskosten pro Monat?
Multipliziere deinen Jahresverbrauch in kWh mit dem Arbeitspreis in Euro, addiere den Grundpreis und teile durch 12. Beispiel: 12.000 kWh × 0,11 € + 150 € = 1.470 € im Jahr, das sind 122,50 € im Monat.
Wie rechne ich Kubikmeter Gas in kWh um?
Multipliziere die Kubikmeter mit der Zustandszahl und dem Brennwert. Beide Werte stehen auf der Gasrechnung. Bei 1.100 m³, Zustandszahl 0,9550 und Brennwert 11,2 ergeben sich 11.765,6 kWh.
Kann ich als Mieter den Gasanbieter wechseln?
Nur wenn du einen eigenen Gasvertrag hast, etwa bei einer Gasetagenheizung. Bei einer Zentralheizung kauft der Vermieter das Gas ein, du zahlst deinen Anteil über die Heizkostenabrechnung.
Muss der Vermieter einen Teil der CO2-Kosten tragen?
Ja, bei vermieteten Wohnungen richtet sich die Aufteilung nach dem CO2-Ausstoß des Gebäudes je m² Wohnfläche. Der Vermieteranteil reicht von 0 bis 95 Prozent. Bei Zentralheizung zieht der Vermieter seinen Anteil in der Abrechnung ab, bei Etagenheizung erstattet er ihn dir auf Antrag.
Verantwortlich: Marcel Schlüter
Gründer und Entwickler von mein-nebenkostenrechner.de · ERP-Consultant.
Veröffentlicht am 08.04.2026 · Stand 23.09.2026
Quellen
Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Bei rechtlich komplexen Fragen wende dich bitte an einen Fachanwalt für Mietrecht oder den örtlichen Mieterverein. Trotz sorgfältiger Recherche können Inhalte veralten; maßgeblich ist der jeweils aktuelle Gesetzestext.
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