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Wer mit Öl oder Pellets heizt, muss 2026 deutlich tiefer in die Tasche greifen. Gasheizungen kommen dagegen vorerst mit einem kleinen Minus davon. Das zeigt die Prognose des neuen Heizspiegels. Für Vermieter heißt das: Vorauszahlungen jetzt prüfen, bevor die nächste Abrechnung zum Streitfall wird.
Woher die Zahlen kommen
Die Prognose stammt aus dem Heizspiegel 2026, den die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund und dem Bauherren-Schutzbund herausgibt. Grundlage sind die Verbrauchs- und Kostendaten von rund 67.000 realen Gebäuden. Alle Beträge beziehen sich auf eine 70 Quadratmeter große Wohnung in einem Mehrfamilienhaus und umfassen die Kosten für Heizung und Warmwasser.
Der Heizspiegel blickt dabei in zwei Richtungen: Er wertet das gerade abgerechnete Jahr 2025 aus und schätzt auf dieser Basis, wie sich die Kosten im laufenden Jahr 2026 entwickeln.
Heizkosten 2026 nach Energieträger: alle fünf im Vergleich
| Energieträger | Erwartete Jahreskosten 2026 | Veränderung zu 2025 |
|---|---|---|
| Fernwärme | 1.310 € | +1 % |
| Heizöl | 1.275 € | +24 % |
| Erdgas | 1.120 € | −4 % |
| Holzpellets | 870 € | +17 % |
| Wärmepumpe | 735 € | +3 % |
Auffällig ist die Spreizung: Zwischen der günstigsten Variante (Wärmepumpe) und der teuersten (Fernwärme) liegen fast 600 Euro im Jahr, und das bei identischer Wohnfläche. Die Wärmepumpe bleibt trotz eines kleinen Plus die mit Abstand preiswerteste Art zu heizen.
Warum Öl und Pellets so stark zulegen
Heizöl ist der Ausreißer nach oben. co2online begründet den Sprung um fast ein Viertel mit dem Krieg im Iran, der die Rohölmärkte belastet und die Preise an den Tankstellen wie bei den Heizöllieferanten nach oben treibt. Für Eigentümer, die ihren Tank üblicherweise im Sommer oder Herbst füllen, kommt die Verteuerung damit genau zur Bestellzeit.
Holzpellets leiden unter einem anderen Problem: Rohstoffmangel. Pellets werden zu großen Teilen aus Sägespänen und Resthölzern hergestellt. Weil die Baukonjunktur schwächelt, wird weniger Holz verarbeitet, und entsprechend weniger Restholz landet in den Pelletwerken. Das Angebot bleibt knapp, die Preise steigen.
Erdgas: kleine Entlastung mit Ablaufdatum
Beim Erdgas rechnet co2online im Jahresdurchschnitt mit einem leichten Rückgang um vier Prozent. Zwei Gründe: Die Versorger konnten sich zum Jahresbeginn günstig eindecken, und die Gasspeicherumlage ist seit Anfang 2026 weggefallen.
Entwarnung ist das aber nicht. Die Großhandelspreise sind inzwischen wieder gestiegen, und diese Bewegung kommt bei den Verbrauchern erfahrungsgemäß mit Verzögerung an. co2online erwartet daher, dass die Gaskosten Ende 2026 oder im Laufe des Jahres 2027 wieder anziehen. Wer heute eine Gasheizung betreibt, sollte das Minus also nicht als neuen Dauerzustand einplanen.
Der Blick zurück: So teuer war 2025
Bevor die Prognose greift, steht für die meisten Haushalte erst einmal die Abrechnung für 2025 an. Und die fällt je nach Energieträger sehr unterschiedlich aus. Laut Heizspiegel stiegen die Gaskosten im Abrechnungsjahr 2025 um bis zu 15 Prozent, Pellets verteuerten sich um bis zu 24 Prozent. Heizöl blieb dagegen fast auf dem Niveau des Vorjahres, Fernwärme und Wärmepumpen wurden nur moderat teurer.
Neben den Preisen spielte auch das Wetter eine Rolle: Die teils kalten Wochen im Januar und Februar 2025 trieben den Verbrauch nach oben. Genau diese Kombination aus höherem Preis und höherem Verbrauch führt in vielen Gas-Abrechnungen, die jetzt erstellt werden, zu Nachzahlungen.
Was Vermieter jetzt tun sollten: Vorauszahlungen und Abrechnung
Die Heizkostenprognose 2026 ist kein Wetterbericht, sondern eine Planungsgrundlage für die nächste Nebenkostenabrechnung. Vier Punkte, die sich aus den Zahlen direkt ableiten lassen:
- Vorauszahlungen für Öl- und Pelletgebäude anpassen. Nach einer Abrechnung dürfen Sie die monatlichen Vorauszahlungen gemäß § 560 Abs. 4 BGB auf eine angemessene Höhe anheben. Bei einem erwarteten Plus von 17 bis 24 Prozent ist das kein Luxus, sondern Schutz vor hohen Nachzahlungen, die Mieter im Folgejahr überfordern.
- Bei Gas nicht vorschnell senken. Das prognostizierte Minus von vier Prozent ist klein und laut co2online voraussichtlich nur vorübergehend. Eine Senkung der Vorauszahlungen jetzt kann Ende 2027 zu unangenehmen Überraschungen führen.
- Heizkostenabrechnung 2025 sauber aufstellen. Höhere Kosten bedeuten höhere Nachzahlungen und damit mehr kritische Nachfragen. Prüfen Sie die Verteilung nach der Heizkostenverordnung besonders sorgfältig. Wie der Verteilerschlüssel 30/70 oder 50/50 funktioniert, erklärt unser Ratgeber zu Heizkosten nach HeizKV. Die Abrechnung selbst erstellen Sie mit dem Heizkostenabrechnungs-Rechner.
- CO2-Kostenaufteilung nicht vergessen. Steigende Ölpreise bedeuten nicht automatisch höhere CO2-Kosten, aber jede Ölabrechnung braucht die gesetzliche Aufteilung zwischen Mieter und Vermieter. Fehlt sie, darf der Mieter drei Prozent der Heizkosten kürzen. Ihren Anteil ermitteln Sie mit dem CO2-Kosten-Rechner.
Was Mieter aus der Prognose mitnehmen
Für Mieter sind die Zahlen vor allem ein Maßstab. Liegt Ihre Heizkostenabrechnung für 2025 deutlich über dem, was der Heizspiegel für eine vergleichbare Wohnung ausweist, lohnt sich ein genauer Blick. Häufige Ursachen sind ein falscher Verteilerschlüssel, nicht umlagefähige Posten oder ein Zeitraum, der nicht zum Mietverhältnis passt. Unsere Anleitung zum Prüfen der Nebenkostenabrechnung zeigt, worauf es ankommt.
Gleichzeitig gibt der Heizspiegel eine gute Nachricht mit: Rund 90 Prozent aller Haushalte haben laut co2online noch Sparpotenzial. Allein durch richtiges Heizen und Lüften lassen sich bis zu zehn Prozent der Kosten vermeiden. Für eine durchschnittliche Wohnung nennt der Heizspiegel ein Sparpotenzial von rund 465 Euro pro Jahr, für ein Einfamilienhaus etwa 1.000 Euro, wenn zusätzlich technische Maßnahmen wie Dämmung oder ein hydraulischer Abgleich hinzukommen.
Fazit
2026 wird ein Jahr der Gegensätze: Öl und Pellets deutlich teurer, Gas kurzzeitig günstiger, Fernwärme und Wärmepumpe stabil. Wer jetzt die Vorauszahlungen an die Prognose anpasst und die Abrechnung für 2025 sorgfältig erstellt, erspart sich und seinen Mietern viel Ärger im nächsten Jahr. Wie sich die Nebenkosten insgesamt über die letzten zehn Jahre entwickelt haben, zeigt unsere Übersicht zur Nebenkosten-Entwicklung.
Quelle: Heizspiegel 2026 von co2online, Deutscher Mieterbund und Bauherren-Schutzbund, veröffentlicht am 21. September 2026. Alle Beträge gelten für eine 70-m²-Wohnung im Mehrfamilienhaus inklusive Warmwasser.